Häufig gestellte Fragen (FAQ) - Gefährdungsanalysen für Trinkwasser-Installationen nach Trinkwasserverordnung

In unserem FAQ erhalten Sie die Antworten zu den fünf wichtigsten Fragen für die Erstellung einer Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung.

Was ist eine Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung?

Die Definition einer Gefährdungsanalyse für Trinkwasser-Installationen ergibt sich aus dem § 3, Absatz 13 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV).

 

Demnach ist eine Gefährdungsanalyse eine systemische Ermittlung von Gefährdungen der menschlichen Gesundheit sowie Situationen in einer Trinkwasser-Installation, die zu einer gesundheitlichen Gefährdung von Personen aufgrund einer biologischen, chemischen oder physikalischen Beeinträchtigung der Trinkwasserbeschaffenheit führen können.

Was ist eine Gefährdungsanalyse?
Was ist eine Gefährdungsanalyse?

Im Rahmen einer Gefärdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung sind durch einen Sachverständigen hierzu alle möglichen und denkbaren Gefahren, die von einer Verteilung des Trinkwassers ausgehen könnnen zu ermitteln und hinsichtlich des hieraus resultierenden Risikos für die Hygiene und den bestimmungsgemäßen Betrieb einer Trinkwasseranlage individuell zu bewerten.

 

Gemäß Trinkwasserverordnung beinhaltet eine Gefährdungsanalyse folgende Punkte:

  • Die Sichtung und Überprüfung der Trinkwasseranlage über eine Ortsbegehung.
  • Eine Beschreibung der Anlage zur Wasserverteilung (Trinkwasser-Installation).
  • Eine Feststellung von Abweichungen, die sich aus den allgemein anerkannten Regeln der Technik für Trinkwasser-Installationen (a.a.R.d.T.) ergeben.
  • Die Berücksichtigung von Erkenntnissen über die Wasserbeschaffenheit, dem Aufbau und Zustand der Trinkwasseranlage sowie deren Nutzung.
  • Eine Berücksichtigung von Erkenntnissen aus Laborbefunden und deren örtliche Zuordnung.

 

Eine Gefährdungsanalyse soll dem Betreiber einer Trinkwasseranlage Hinweise zu technischen und betriebstechnischen Mängeln in seiner Anlage liefern sowie Abhilfemaßnahmen empfehlen.

 

Dabei ist unter Berücksichtigung des Schutzes der gesundheitlichen Gefährdung von Personen eine zeitlich priorisierte Aufführung von kurzfristig, mittelfristig und langfristig umzusetzenden Maßnahmen zu treffen.

Wann muss eine Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung erstellt werden?

Die Erstellung einer Gefährdungsanalyse aufgrund eines Legionellenbefalls im Trinkwasser wird gesetzlich über die Trinkwasserverordnung geregelt.

 

Bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmewertes für Legionellen mit mehr als 100 koloniebildenden Einheiten in einer Trinkwasserprobe von 100 Milliliter (100 KBE/100 ml) hat der Unternehmer oder sonstige Inhaber der Trinkwasseranlage gemäß §16, Absatz 7 Trinkwasserverordnung (TrinkwV) unverzüglich eine Gefährdungsanalyse für die betroffene Trinkwasser-Installation zu erstellen oder erstellen zu lassen.

Wann muss eine Gefährdungsanalyse erstellt werden ?
Wann muss eine Gefährdungsanalyse erstellt werden ?

Bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmewertes für Legionellen von mehr als 100 KBE/100 ml muss grundsätzlich immer eine  ereignisorientierte Gefährdungsanalyse nach §16 (7) TrinkwV für die betroffe Trinkwasser-Installation erstellt werden, unabhängig von den Ergebnissen eventuell durchgeführter Nachuntersuchungen oder einer schriftlichen Aufforderung durch das Gesundheitsamt. Ausnahmen von dieser Betreiberpflicht sieht die Trinkwasserverordnung sowie andere Gesetzestexte nicht vor.

Wie ist eine Gefährdungsanalyse für Trinkwasser-Installationen aufgebaut?

Eine Gefährdungsanalyse für Trinkwasser-Installationen ist in Form eines schriftlichen Gutachtens zu erstellen.

 

Voraussetzung zur Durchführung einer Gefährdungsanalyse ist gemäß § 3, Absatz 13 Trinkwasserverordnung eine vorherige Ortsbegehung der Trinkwasseranlage.

 

Die Grundlagen für den strukturellen Aufbau einer Gefährdungsanalyse werden in der Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA-Empfehlung von 2012) sowie in dem Regelwerk VDI/BTGA/ZVSHK 6023-2 aufgeführt.

Wie ist eine Gefährdungsanalyse aufgebaut?
Wie ist eine Gefährdungsanalyse aufgebaut?

Der Ablauf einer Gefährdungsanalyse für Trinkwasser-Installationen unterteilt sich allgemein in folgende Abschnitte:

  • Ortstermin mit einer Vorbsprechung zur Ermittlung der vorliegenden Situation in dem betroffenen Objekt.
  • Dokumentenprüfung und Sichtung von Unterlagen (Laborberichte, Strangpläne, weitere Bestandsunterlagen, etc.).
  • Ortsbegehung zur Sichtung der Trinkwasseranlage und Überprüfung des Trinkwassersystems auf Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik für Trinkwasser-Installationen (a.a.R.d.T.).
  • Individuelle Risikobewertung einzelner Gefahrenstellen in einem Ampelsystem.
  • Schnittstellenprüfung zu Nichttrinkwasser führenden Systemen (z.B. Heizungswasser, Löschwasseranlagen, etc.).
  • Ermittlung von Betriebstemperaturen in dem Trinkwassersystem.
  • Ermittlung von Stagnationsbereichen in der Trinkwasseranlage.
  • Dokumentation der örtlichen Feststellungen in einem ausführlichen Inspektionsbericht.
  • Zusammenfassende Gesamtbewertung der Ergebnisse und der örtlichen Feststellungen.
  • Auflistung von Handlungsempfehlungen in einem Ampelsystem mit zeitlicher Priorisierung in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen.
  • Erstellung der Gefährdungsanalyse in Form eines schriftlichen Gutachtens.

Wer darf eine Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung erstellen?

Gefährdungsanalysen für Trinkwasseranlagen sind gemäß der Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA-Empfehlung 2012) in Form eines Gutachtens und somit durch einen unabhängigen Sachverständigen mit entsprecheder Qualifikation, zum Beispiel im Bereich der Sanitärtechnik oder Trinkwasserhygiene, zu erstellen.

 

Gemäß dem Regelwerk VDI/BTGA/ZVSHK 6023-2 ist als geeigneter Ersteller einer Gefährdungsanalyse ein Sachverständiger mit umfassender Fachkunde aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, seinem besonderenn Wissen, seiner persönlichen Eignung sowie seinen umfassenden Kenntnissen zu den allgemien anerkannten Regeln der Technik zu sehen.

Wer darf eine Gefährdungsanalyse erstellen?
Wer darf eine Gefährdungsanalyse erstellen?

Die Durchführung der Gefährdungsanalyse muss unabhängig von anderen Interessen erfolgen.

Insbesondere muss eine eventuelle Befangenheit vermieden werden. Eine Befangenheit ist dann zu vermuten, wenn Personen an der Planung, der Errichtung oder dem Betrieb der Trinkwasser-Installation (Betreiber) selbst beteiligt sind oder beteiligt waren.

 

Eine Beauftragung eines ganz bestimmten Typs von Sachverständigen ist nicht verpflichtend. Die Auswahl eines kompetenten Gefährdungsanalysten obliegt somit letztlich immer dem Inhaber bzw. Betreiber der Trinkwasseranlage.

Was kostet eine Gefährdungsanalyse für Trinkwasser-Installationen?

Gefährdungsanalysen für Trinkwasseranlagen sind gemäß der Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA-Empfehlung 2012) in Form eines schriftlichen Gutachtens durch einen unabhängigen Sachverständigen zu erstellen.

 

Bei einer Gefährdungsanalyse handelt es sich um ein Sachverständigengutachten.

Die Erstellung einer Gefährdungsanalyse, einschließlich der erforderlichen Ortsbegehung, erfolgt in der Regel über eine mehrtätige Sachverständigentätigkeit.

Was kostet eine Gefährdungsanalyse?
Was kostet eine Gefährdungsanalyse?

Je nach Qualität der Gefährdungsanalyse, der Vorgensweise des Gefährdungsanalysten sowie der anschließenden Abrechnung (Festpreis oder Stundenbasis) können die Kosten variieren.

 

Bei unverhältnismäßigen "Billigangeboten" ist wie in allen Lebensbereichen Vorsicht geboten, da fachlich falsche oder unzureichend ausgarbeitete Gefährdungsanalysen zu extrem hohen Folgekosten für den Auftraggeber führen können.

Falls Sie Fragen haben oder ein Beratungsgespräch zu unseren Leistungen wünschen, so stehen Ihnen unsere Experten an sieben Tagen in der Woche jederzeit gerne zur Verfügung.

Service-Hotline :   0800 - 000 - 5704    (Anruf kostenfrei)